psychedelic popart

 

D i e   P o p – A r t    d e s    z w a n z i g s t e n    J a h r h u n d e r t s . . .psychedelic-surfaces

…setzte Alltägliches in Szene – mal glamourös, mal witzig, mal kritisch, häufig aber auch
ohne eindeutige Stellungnahme, und manchmal ,nur’ dekorativ.

Dieser häufige Verzicht auf klare Stellungnahmen trug letztlich mit dazu bei, dass Pop Art
auch über 50 Jahre später nichts verloren hat von ihrem jugendlichen Überschwang und
ihrer geradezu vibrierenden Anziehungskraft. In ihrer unverhohlener Direktheit ist Pop Art
mit ihrer einfachen Formensprache auch dem heutigen Publikum einfach und klar verständ-
lich, dabei verlockend, glamourös und mitunter humorvoll. Und wir können in ihr wiederer-
kennen, was unser Leben pägt. So war, ist und bleibt Pop Art nicht nur eine wirklich demo-
kratische Kunstform, sondern auch – vielleicht ewig – zeitgemäß.

Mit meinen Bearbeitungen der ,psychedelischen Pop-Art’ versuche ich, dem Wortsinn nach,
das Wesen meiner Motive zu ergründen, bzw. einen neuen, einen anderen Blick darauf zu
zeigen, so dass sie vielleicht dem Betrachter Aspekte ihrer ganz eigenen Art offenbaren.

„Der Wortbestandteil ,Psyche…’ heißt im Griechischen
,Hauch, Atem, Leben, Seele’ und wird heute im Deutschen
in der Bedeutung ,Seele, Seelenleben, Gemüt’ oder auch
,die Gesamtheit aller bewussten und unbewussten Erlebens-
und Verhaltensweisen betreffend’ verwendet.”
                                                                      (Duden)

Mit meinen Bildern will ich Sie einladen zu einem anderen Blick auf das vermeintlich Banale,
das uns umgibt und das unser Leben ausmacht. Oft zeigen die Motive erst in der Verfrem-
dung ihre ganz eigene und individuelle (unteilbare) Ästhetik, die sie beseelt – und offenba-
ren uns, was sie in Wahrheit sind: universell verbunden, in beständiger Transformation be-
griffen und dabei doch immer mit sich selbst identisch.

Ich glaube, dass ein Bild mehr sein kann als bloßes Abbild oder Dokument. Ein Bild kann
trotz der Beschränktheit seiner nur zwei Dimensionen die Komplexität eines Gegenstandes,
einer Landschaft, einer Person, einer Situation erfassen und sichtbar machen.

„Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder,
sondern macht sichtbar.”
                                           (Paul Klee)

Der Begriff der Psychedelic bezeichnet auch einen manchmal euphorischen Zustand des
Rausches, der Trance oder der Meditation – oder einen Eindruck des Bewusstseins bzw.
der Sinne, der sich durch eine Vermischung von Sinneseindrücken bzw. Sinneserlebnissen
auszeichnet und oft auch als ,bewusstseinserweiternd’ beschrieben wird.

„Bunt ist meine Lieblingsfarbe.”
                          (Walter Gropius)

Das englische Wort ,psychedelic’, bzw. Psychedelikum wurde 1956 vom britischen Psych-
iater Humphry Osmond in Zusammenarbeit mit dem britischen Schriftsteller Aldous Huxley
geprägt. Beide Männer suchten nach einem Wort für eine neue Art der Wirkung psycho-
aktiver Substanzen auf die Seele. Dies taten sie mit einem Reim in Form eines Dialoges:

„To make this trivial world sublime,
take half a Gramme of phanerothyme.”
(Um diese triviale Welt sublimer zu machen,
nimm ein halbes Gramm Phanerothyme.)
                                         (Aldous Huxley)

„To fathom hell or soar angelic
just take a pinch of psychedelic.”
(Um die Hölle auszuloten oder in himmlische Höhen aufzusteigen,
nimm nur eine Prise Psychedelic.)
                                     (Humphry Osmond)

Ob Sie sich nun sublim erheben oder lieber bequem sitzen bleiben wollen – schauen Sie
sich in den Galerien um; neue Sinneseindrücke sind Ihnen gewiss. Vielleicht berührt das
eine oder andere auch Ihre Seele – wie die meine.